Was bedeutet der Deckungsgrad einer Zisterne?
Der Deckungsgrad einer Zisterne zeigt, welcher Anteil des angesetzten Brauchwasserbedarfs in der Jahresbilanz durch Regenwasser gedeckt werden kann. Er ist eine Kontrollzahl im Zisternengrößen-Rechner, keine Garantie für jeden einzelnen Tag.
Ein Beispiel: Wenn im Jahr 54 m³ Regenwasser nutzbar ankommen und 60 m³ Brauchwasserbedarf angesetzt werden, liegt der rechnerische Deckungsgrad bei 90 Prozent. Die restlichen 10 Prozent müssten aus Trinkwasser oder einer anderen Quelle kommen. Liegt der Ertrag über dem Bedarf, kann der Deckungsgrad rechnerisch bis 100 Prozent steigen; mehr als der Bedarf lässt sich aber nicht sinnvoll decken.
Wichtig ist die Lesart. Der Deckungsgrad sagt nicht, dass die Zisterne zu jeder Woche des Jahres Wasser liefert. Er glättet trockene Sommer, nasse Monate und wechselnde Nutzung zu einer Jahreszahl. Nach mehreren trockenen Wochen kann auch eine Anlage mit hohem Deckungsgrad leer sein.
Darum bewertet WasserTools keinen pauschalen Zielwert als “gut”. Ein Gartenanschluss darf eher ausfallen als eine Nutzung für WC und Waschmaschine im Haus. Wie Ertrag, Bedarf, Trockenperiode und Speichervolumen zusammenspielen, erklärt der Ratgeber Zisternengröße richtig bestimmen.
Für die Auslegung ist der Wert vor allem ein Warnsignal: sehr niedrige Werte deuten auf zu wenig Ertrag oder zu hohen angesetzten Bedarf hin.