Brauchwasserbedarf berechnen: Haus & Garten
Ermittle deinen jährlichen Brauchwasserbedarf aus Personenzahl, Nutzungsarten wie WC-Spülung und Waschmaschine sowie der aus der Zisterne bewässerten Gartenfläche.
Der Rechner ermittelt, wie viel Regenwasser ein Haushalt pro Jahr für Toilettenspülung, Waschmaschine, Putzwasser und Gartenbewässerung braucht – als Planungswert für die Zisternenauslegung, nicht als Messung deines tatsächlichen Verbrauchs. Das Ergebnis ist neben dem Regenwasserertrag die zweite Eingabe für die Zisternengrößen-Berechnung dieser Rechnerkette.
Eingaben: Personen, Nutzungsarten und Gartenfläche
Die Personenzahl bestimmt den Hausanteil des Bedarfs: Für jede Person zählt der Rechner die aktivierten Nutzungsarten zusammen. Toilettenspülung, Waschmaschine und Reinigungszwecke (Putzwasser, Autowäsche) lassen sich einzeln an- und abwählen, falls eine Nutzung nicht über Regenwasser laufen soll oder technisch nicht möglich ist – etwa weil die Waschmaschine keinen zweiten Wasseranschluss hat.
Die Gartenfläche ist bewusst getrennt von den drei Hausnutzungen: Sie erfasst nur die Fläche, die tatsächlich aus der Zisterne bewässert wird, nicht die gesamte Grundstücksfläche. Wichtig für die Größenordnung: Dieser Wert ist ein grober Jahresansatz für die Zisternenplanung, keine Woche-für-Woche-Gießmenge in der Vegetationsperiode. Wer die beregnete Fläche und den saisonalen Wasserbedarf pro Woche kennen will, braucht den separaten Bewässerungsbedarfs-Rechner dieser Kette – dessen Werte liegen in einer ganz anderen Größenordnung als hier.
Ergebnis
Ausgewiesen werden der jährliche Brauchwasserbedarf in Kubikmetern sowie, als Kontrollgrößen, der Tagesbedarf insgesamt und aufgeteilt in Haus- und Gartenanteil. Bei vier Personen mit allen drei Hausnutzungen und 150 m² bewässerter Gartenfläche ergibt sich ein Hausanteil von rund 184 Litern pro Tag, ein Gartenanteil von rund 25 Litern pro Tag und daraus ein Jahresbedarf von etwa 76 m³. Das ist ein Anhaltswert für die Anlagenplanung, kein exakter Verbrauch – wie stark die Realität abweicht, erklärt der nächste Abschnitt.
Rechenweg
Bedarf Haus [l/Tag] = Personen × (WC-Anteil + Waschmaschine-Anteil + Reinigungs-Anteil)
Bedarf Garten [l/Tag] = Gartenfläche [m²] × 60 [l/(m²·Jahr)] / 365
Bedarf gesamt [l/Tag] = Bedarf Haus + Bedarf Garten
Bedarf Jahr [m³/Jahr] = Bedarf gesamt × 365 / 1.000
Die vier zugrunde liegenden Kennwerte – 30 Liter pro Person und Tag für die Toilettenspülung, 10 Liter für die Waschmaschine, 6 Liter für Reinigungszwecke sowie 60 Liter pro Quadratmeter und Jahr für den Garten – sind typische Richtwerte der Fachliteratur zur Regenwassernutzung, ursprünglich auf die seit 2022 zurückgezogene DIN 1989-1:2002-04 zurückgehend. Sie werden hier bewusst als Richtwert bezeichnet, nicht als geltender Normwert.
Die Gartenzahl steckt in einer anderen Einheit als die drei Hausnutzungen: 60 l/(m²·Jahr) ist ein Jahreswert je Fläche, die Hausnutzungen sind Tageswerte je Person. Deshalb teilt der Rechner den Gartenwert intern durch 365, statt ihn direkt zum Tagesbedarf zu addieren – wer das mischt, verrechnet sich um den Faktor 365.
Warum das Richtwerte sind, keine exakten Zahlen
Die vier Kennwerte stammen aus der Anlagenplanung, nicht aus einer Verbrauchsmessung, und sie sind entsprechend konservativ und stabil gehalten. Ein Abgleich mit aktuellen Statistiken von BDEW und Umweltbundesamt (Gesamtverbrauch 2023: 121 Liter pro Person und Tag) zeigt, warum das trotzdem brauchbar bleibt: Der Toilettenanteil der Statistik liegt bei rund 33 Litern pro Person und Tag – nur 8 % über dem hier verwendeten Richtwert von 30 Litern. Der Waschmaschinen-Richtwert von 10 Litern liegt dagegen deutlicher unter dem Statistikanteil von rund 15 Litern; das ist kein Fehler, sondern setzt bewusst nur den Anteil an, der überhaupt über Regenwasser laufen kann, nicht die gesamte Waschmaschinennutzung.
Dein tatsächlicher Verbrauch hängt zusätzlich von Gerätealter, Wasserspartechnik und Nutzungsgewohnheiten ab und kann von diesen Richtwerten in beide Richtungen abweichen. Für eine erste Zisternenauslegung sind sie ein anerkannter Ausgangspunkt; für eine sehr genaue Planung hilft eine eigene Verbrauchsschätzung mehr als eine noch feinere Nachkommastelle in diesem Rechner.
Trinkwasserschutz im Haus
Sobald Regenwasser für Toilettenspülung oder Waschmaschine ins Haus geleitet wird, gilt technisches Trinkwasserschutzrecht: Trink- und Brauchwassernetz müssen strikt getrennte Leitungssysteme bleiben, jede Entnahmestelle für Brauchwasser braucht eine dauerhafte, gut sichtbare Kennzeichnung als Nicht-Trinkwasser, und die Nachspeisung aus dem Trinkwassernetz bei Regenwassermangel darf ausschließlich über einen freien Auslauf erfolgen – nie über eine direkte Verbindung. Zusätzlich gehören eine Rückstauebene und ein Notüberlauf zur Anlage, damit bei Starkregen kein Wasser zurück ins Gebäude drückt. Dieser Rechner liefert die Bedarfszahl für die Planung; die Umsetzung der Trinkwassertrennung ist Aufgabe eines Fachbetriebs, kein Selbstbau-Anschluss.
Grenzen der Rechnung
Der Rechner kennt nur die vier genannten Nutzungsarten und rechnet mit festen Richtwerten je Person beziehungsweise Fläche. Duschen, Baden und Trinkwasserverbrauch gehören nicht dazu, weil sie aus hygienischen Gründen nicht über Regenwasser laufen. Der Gartenwert ist ein grober Jahresansatz für die Zisternenplanung und bildet weder Trockenperioden noch einzelne Gießtage ab – dafür ist der separate Bewässerungsbedarfs-Rechner mit seinen deutlich höheren Wochenwerten gedacht. Und der berechnete Bedarf sagt allein noch nichts darüber, ob die Zisterne ihn tatsächlich decken kann: Das hängt zusätzlich vom Regenwasserertrag des Dachs ab und ist Aufgabe der Zisternengrößen-Berechnung.
Weiterrechnen
Der hier ermittelte Jahresbedarf ist eine von zwei Eingaben für die Zisternengröße: Zusammen mit dem Ertrag aus dem Regenwasserertrags-Rechner bestimmt er, wie groß die Zisterne ausfallen sollte und welcher Anteil des Bedarfs sich überhaupt aus Regenwasser decken lässt. Beide Rechner dieser Kette führen an anderer Stelle zu einem gemeinsamen Ergebnis mit Deckungsanteil.
Quellen
Bedarfswerte 30 / 10 / 6 l je Person und Tag sowie 60 l je m² und Jahr