Abflussbeiwert

Der Abflussbeiwert gibt an, welcher Anteil des Niederschlags von einer Dachfläche tatsächlich abfließt - abhängig von Dachart und Oberfläche.

Der Abflussbeiwert (auch Ertragsbeiwert genannt) gibt an, welcher Anteil des auf eine Dachfläche fallenden Niederschlags tatsächlich abfließt und nutzbar wird - der Rest verdunstet, versickert im Substrat oder bleibt an der Oberfläche haften. Er ist eine Zahl zwischen 0 und 1 und hängt vor allem von der Dachart ab.

Für glatte, harte Flächen wie geneigte Ziegel-, Betondachstein- oder unbekieste Flachdächer gilt praxisüblich ein Wert von 0,80. Ein bekiestes Flachdach setzt wegen der zusätzlichen Speicherwirkung des Kieses 0,60 an. Bei Gründächern entscheidet die Substratdicke: Ein extensives Gründach lässt mit 0,50 mehr Wasser abfließen als ein intensives mit 0,30 - die dickere, wasserspeichernde Schicht des Intensivgründachs hält mehr Niederschlag zurück. Für Metalldächer gibt es keinen eigenen belegten Wert; sie werden konservativ wie Hartdächer behandelt, wobei zusätzlich der mögliche Schwermetalleintrag zu beachten ist.

Diese Werte gehen häufig auf DIN 1989 Teil 1 zurück - eine seit Juli 2022 zurückgezogene Norm, ersetzt durch DIN 1989-100:2022-07. In der Praxis gelten sie weiterhin als Richtwerte der Fachliteratur, nicht als aktueller Normwert.

Der Abflussbeiwert ist eine Pflichteingabe im Regenwasserertrags-Rechner (dort als Auswahl nach Dachart). Wie er zusammen mit Dachfläche, Jahresniederschlag und Filterwirkungsgrad den nutzbaren Ertrag ergibt, erklärt der Ratgeber Regenwasserertrag: Dachfläche und Abflussbeiwert erklärt.

Quellen