Pumpenarten im Vergleich: Förderhöhe & Ansaughöhe

Marktübersicht gängiger Pumpenarten – Förderhöhe, Volumenstrom, Ansaughöhe im Vergleich, keine Normwerte, Stand 2026.

Diese Tabelle vergleicht sieben Pumpenarten für Regenwasser- und Brauchwasseranlagen nach Ansaughöhe, Förderhöhe und Volumenstrom. Die Werte sind eine Marktübersicht aus den technischen Daten mehrerer Hersteller, Stand September 2026 – keine Norm- oder Prüfwerte und keine Kaufempfehlung.

Bei der Ansaughöhe stehen zwei Zahlen nebeneinander, und das ist kein Widerspruch: Bei Normaldruck liegt die theoretische Grenze bei 10,33 m; auslegungsseitig – nach Abzug von Dampfdruck, Reibungsverlusten und Sicherheitsreserve – bleiben praktisch 7 bis 7,5 m. Herstellerkataloge nennen für ihre selbstansaugenden Pumpen dagegen fast durchgängig 8 m, gemessen unter günstigen Bedingungen. Diese Tabelle führt deshalb die Katalogangabe und den Auslegungswert getrennt; die physikalische Herleitung steht im Glossareintrag Ansaughöhe (Kavitation).

Getauchte Pumpen – Tauchpumpe und Tauchdruckpumpe – haben keine Ansaughöhe: Sie drücken das Wasser, statt es anzusaugen. Deshalb steht in der Spalte „Ansaughöhe” für sie ein Strich statt einer Null, die einen Messwert vortäuschen würde, den es gar nicht gibt.

PumpenartAnsaughöhemax. Förderhöhemax. VolumenstromFeststoffdurchgangEintauchtiefeBemerkungQuelle
Klarwasser-Tauchpumpe– (getaucht, drückt statt zu saugen)6–9,5 m7.500–13.000 l/h3–5 mm–Restwasserstand 1–5 mm nur bei ausdrücklich flachsaugenden Modellen. Sand unterschreitet die Korngröße mühelos und ist trotzdem abrasiv – der Wert ist ein Verstopfungs-, kein Verschleißmaß.Metabo, GARDENA, T.I.P. (Abruf 2026-09-10)
Schmutzwasser-/Entwässerungspumpe– (getaucht, drückt statt zu saugen)4,5–11 m7.000–25.000 l/h20–40 mm (Schwerpunkt 30–35 mm)–Restwasserstand liegt höher als bei Klarwasserpumpen, eine belastbare Zahl dafür fehlt. Eine Pumpe dieser Klasse ist keine Hebeanlage für die Gebäudeentwässerung unterhalb der Rückstauebene – dafür gelten DIN 1986-100 „Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke” und DIN EN 12056-4.Metabo, GARDENA, T.I.P. (Abruf 2026-09-10)
Gartenpumpe (selbstansaugend, trocken aufgestellt)7–8 m (Katalogschwerpunkt 8 m)35–50 m3.200–5.000 l/hentfällt (Klarwasserpumpe)–Die Förderhöhe enthält die Ansaughöhe bereits – sie kommt bei der Auslegung nicht zusätzlich dazu. Ohne Fußventil mit Saugkorb läuft die Saugleitung nach dem Abschalten leer, und die Pumpe muss bei jedem Start neu ansaugen.Metabo, Güde, T.I.P. (Abruf 2026-09-10)
Hauswasserwerk8 m45–48 m3.300–4.600 l/hentfällt–Druckbehälter etwa 20–24 l, Marktbreite 10–24 l – das ist das Kesselnennvolumen, nicht die entnehmbare Wassermenge. Die Leistungswerte dieser Zeile stützen sich auf zwei Herstellerkataloge und damit auf eine schmalere Basis als die übrigen Zeilen.Metabo, Einhell (Abruf 2026-09-10); Druckbehälter-Marktbreite zusätzlich FUXTEC
Hauswasserautomat8 m40–55 m3.500–6.000 l/hentfällt–Kein Druckbehälter: Die elektronische Schaltung startet die Pumpe bei jeder Entnahme, dafür entfällt die Vordruckwartung eines Kessels.Metabo, Einhell, GARDENA, T.I.P. (Abruf 2026-09-10)
Zisternen-Tauchdruckpumpe– (getaucht, drückt statt zu saugen)45–50 m6.000–6.300 l/hetwa 1–2 mm12–15 mMehrstufige Tauchpumpe für Leitungsdruck aus der Zisterne – für den Fall gedacht, in dem eine einstufige Klarwasser-Tauchpumpe an ihre Förderhöhe stößt.Einhell, GARDENA, DAB (Abruf 2026-09-10)
Tiefbrunnenpumpe– (getaucht)––––Passt in Brunnenrohre ab etwa 10 cm Innendurchmesser (3″-Klasse) – der Rohrdurchmesser ist das eigentliche Auswahlkriterium, nicht die Leistung. Für Förderhöhe und Volumenstrom liegt keine tragfähige Marktübersicht vor: Das Marktsegment reicht von der Gartenpumpe bis zur kommunalen Brunnenpumpe.GARDENA, brunnenpumpen.com (Abruf 2026-09-10)

Max. Förderhöhe und max. Volumenstrom stehen in jeder Zeile nebeneinander, gelten aber nie gleichzeitig: Beide sind Endpunkte derselben Pumpenkennlinie. Die maximale Fördermenge gilt bei einer Förderhöhe nahe null, die maximale Förderhöhe bei einem Volumenstrom nahe null – eine Pumpe mit 13.000 l/h und 9,5 m liefert bei 9,5 m keinen messbaren Durchfluss mehr. Wo der reale Betriebspunkt dazwischen liegt, hängt von der Anlage ab, nicht nur von der Pumpe; wie sich das auf die Kartonangabe auswirkt, erklärt die FAQ Warum reicht die Literleistung auf dem Pumpenkarton nicht aus?. Für die eigene Anlage nachrechnen lässt sich das im Pumpen-Förderhöhen-Rechner.

Gartenpumpe, Hauswasserwerk und Hauswasserautomat sind hydraulisch dieselbe Pumpe: eine trocken aufgestellte, selbstansaugende, mehrstufige Kreiselpumpe mit praktisch identischen Katalogwerten bei Förderhöhe, Volumenstrom und Ansaughöhe. Unterschieden werden sie nicht über die Hydraulik, sondern über Schaltung und Speicher – die Gartenpumpe wird von Hand geschaltet, das Hauswasserwerk puffert kleine Entnahmen über einen Druckbehälter und schaltet druckgesteuert, der Hauswasserautomat hat keinen Behälter und startet elektronisch bei jeder Entnahme neu. Wer die drei Zeilen deshalb für eine Wiederholung hält, vergleicht die falsche Größe. Den Unterschied zwischen Bauart des Laufrads und Eigenschaft der Aufstellung vertieft die FAQ Kreiselpumpe oder selbstansaugende Pumpe?.

Quellen